Wie funktioniert Hypnose: ist Hypnose echt oder fake?

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Uhr mit Kette

Mit Sicherheit hast du schon einmal im Fernsehen, Internet oder sogar live auf der Straße einen Hypnotiseur zugesehen, wie er gerade jemanden hypnotisiert. Doch wie funktioniert Hypnose? Ist es nur gestellt oder ist es tatsächlich möglich, Menschen bewusst durch nichts weiter als die eigenen Hände und die eigene Stimme zu kontrollieren?

Hypnose ist echt. Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen.

In diesem Artikel erklären wir dir, was Hypnose ist, wie sie funktioniert und klären die Frage, ob sie echt ist, für dich auf. Anschließend geben wir dir noch einige Gedanken mit auf den Weg, die deine Anschauung auf dieses Thema garantiert verändern werden. 

Wir haben in diesem Artikel die männliche Form “Hypnotherapeut” verwendet, meinen dabei allerdings jegliche Ausprägungen dieses Berufes. Dies haben wir lediglich getan, um den Artikel einheitlich zu gestalten.

Hier ist ein klickbares Inhaltsverzeichnis, um durch diesen Artikel zu navigieren:

Was ist Hypnose?

Frau mit Pullover über dem Mund

Tatsächlich hat die Hypnose ihren Namen aus dem antiken Griechenland erhalten. Hypnos ist in der griechischen Mythologie der Gott des Schlafes.

Um den Zustand der Hypnose zu erklären, musst du zunächst verstehen, wie Gehirnwellen funktionieren. Dein Verstand operiert, je nach Gemütszustand, in einem der folgenden Frequenzbereiche:

GehirnwelleFrequenzbereichBedeutung
Gamma40 Hertz und mehrSehr hohe Konzentration
Beta14 – 40 HertzAktiv und Wachsein
Alpha7.5 – 14 HertzRuhe und Gelassenheit
Theta4 – 7.5 HertzLeichter Schlaf oder Meditation
Delta 0.5 – 4 HertzTiefschlaf

Je höher die Frequenz, desto aktiver und “wacher” bist du. Je nachdem ob du dein Bewusstsein oder Unterbewusstsein ansprechen möchtest, musst du deine Gehirnwellen aktiv verändern. Wenn du zum Beispiel schläfst oder luzid träumst, befindet sich dein Gehirn im Delta Bereich.

Wenn du mehr zum Thema Gehirnwellen wissen willst, schau dir diesen Artikel an.

Hypnose ist ein spezieller Zustand, in welchem deine Gehirnwellen bewusst zwischen Alpha und Thetafrequenz navigiert werden – also zwischen deinem Bewusstsein und deinem Unterbewusstsein. In diesem Frequenzbereich drückt sich das Unterbewusstsein durch Emotionen und eine lebhafte Vorstellungskraft aus.

Wirst du hypnotisiert, dann befindest du dich quasi auf der Schwelle zwischen leichtem Schlaf und dem Wachsein. Gerne wird dieser Zustand auch als Trance beschrieben. Dadurch kannst du, oder eben der Hypnotiseur, dein Unterbewusstsein ansprechen und deine Gehirnaktivität verändert sich entsprechend. 

Hypnose kannst du also wie folgt definieren:

Hypnotisieren ist das bewusste Herbeiführen eines tranceartigen Zustandes, bei dem du dich zwischen leichtem Schlaf und dem Wachsein befindest. Dabei werden deine Gehirnwellen gezielt verlangsamt, um diesen Zustand zu erreichen. 

Ist Hypnose echt?

Auge mit Wimpern

Ja, Hypnose ist echt. Du kannst tatsächlich hypnotisiert werden.  Tatsächlich ist jeder von uns täglich mindestens zweimal im Zustand der Hypnose. Wer täglich meditiert, sogar öfter. Dazu findest du hier einen Artikel, wie du erfolgreich eine tägliche Meditations Routine entwickelst.

Jedes Mal, bevor du aufwachst oder kurz vor dem Einschlafen, bist du in demselben Zustand, wie während einer Hypnose. Wenn du tagträumst oder auf der Autobahn in den Tunnel-Blick verfällst, bist du ebenfalls für eine kurze Zeit hypnotisiert.

Mit Sicherheit kennst du das Gefühl, so sehr in ein Buch oder einen Film vertieft zu sein, dass du alles um dich herum vergisst und du die Zeit aus den Augen verlierst. Das ist ebenfalls ein Zustand der Hypnose. 

Ähnlich wie bei ASMR ist es von Person zu Person unterschiedlich, wie genau die Hypnose aufgenommen und erlebt wird. Bei manchen funktioniert die Hypnose durch einen Hypnotiseur, bei manchen nicht. Worin sich jedoch ASMR und Hypnose unterscheiden, ist die Tatsache, dass du aktiv an der Fähigkeit, hypnotisiert zu werden, arbeiten kannst. 

Ob und wie du hypnotisiert werden kannst, hängt davon ab, ob du selbst daran glaubst, dass Hypnose echt ist. Das liegt vor allem daran, dass die Hypnose das Unterbewusstsein anspricht. Wenn in diesem eine negative Einstellung zu dem Ganzen hinterlegt ist, ist es unwahrscheinlich, dass du in den Zustand der Hypnose verfallen wirst. 

Deshalb stellen zum Beispiel professionelle Hypnotiseure auch viele Fragen an das Publikum, ehe sie mit dem eigentlichen Akt der Hypnose beginnen. Sie filtern ganz bewusst, bei welchem Kandidaten es am wahrscheinlichsten ist, dass die Hypnose funktionieren wird.

Hypnotherapie zur Krankheitsbehandlung

Dabei kann Hypnose nicht nur für die reine Unterhaltung auf der Bühne genutzt werden, sondern auch zur Therapie. Hypnotherapeuten können ihre Patienten gegen die unterschiedlichsten psychischen sowie körperlichen Krankheiten behandeln. 

Interessant ist hier die Tatsache, dass die Wissenschaft bisher mehr Beweise für die heilende Wirkung der Hypnose auf körperliche Krankheiten hat, als auf die psychischen. 

Laut der Wissenschaft kann Hypnose bei folgenden Krankheiten helfen (Quelle):

  • Reizdarmsyndrom
  • Schmerzen
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Insomnia (Schlafstörung)

Auf die folgenden Krankheiten konnten bisher nur wenig Auswirkung der Hypnotherapie festgestellt werden:

  • Depression
  • Stress
  • Angst
  • Abnehmen
  • Rauchen aufhören

Es bedarf weiterer Forschung in diesem Bereich um die Auswirkungen der Hypnose auf die Behandlung dieser und anderer Erkrankungen bestätigen zu können.

Wie funktioniert Hypnose?

Zitronen liegen auf weißem Lacken

Dein Körper und dein Verstand arbeiten eng miteinander zusammen. Dabei reagiert dein Verstand auf Dinge, die du visualisierst – sogenannte mentale Bilder. Auf diese mentale Bilder formt dein Gehirn, aus dem Unterbewusstsein heraus, die entsprechende Reaktion.

Diese Art der Kommunikation, nutzt ein Hypnotherapeut, um die gewünschte Reaktion bewusst hervorzurufen.

Da du dich während einer Hypnose-Session in einem tranceartigen Zustand befindest und dein Verstand auf der oben genannten Schwellenfrequenz schwingt, haben Hypnotherapeuten Zugang zu deinem Unterbewusstsein. Dadurch habe diese die Möglichkeit, bewusst mentale Bilder in deinem Kopf zu erzeugen. Dies tun sie vor allem durch Worte. 

Wenn du hypnotisiert wirst, durchläufst du in der Regel die folgenden Schritte:

  • Vorbereitung auf die Hypnose
  • Übergang in den Trance-Zustand
  • Zugang zum Unterbewusstsein
  • Aus der Hypnose erwachen 

Schritt 1: Vorbereitung auf die Hypnose

Im ersten Schritt wirst du zunächst in eine für dich bequeme Position gebracht. In den meisten Fällen legst du dich während einer Hypnose-Session hin. Du wirst dazu aufgefordert, deine Augen zu schließen und dich auf deine Atmung zu konzentrieren. 

Hier wirst du vom Hypnotherapeuten bewusst dazu gebracht, deine Atmung zu verlangsamen, um so die gewünschte Gehirnwellen-Aktivität zu erzeugen.

Schritt 2: Übergang in den Trance-Zustand

Nachdem du es dir bequem gemacht hast, deine Augen geschlossen sind und du dich auf deine Atmung konzentrierst, beginnt der Hypnotherapeut durch regelmäßiges Wiederholen seiner Sätze, dich auf die Schwelle zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein zu bringen. 

Wiederholungen sind insofern wirkungsvoll, da das Bewusstsein wiederkehrende und einfache Tätigkeiten in das Unterbewusstsein überträgt. Dadurch kann sich der Hypnotherapeut Zugang zum Unterbewusstsein verschaffen.

Schritt 3: Zugang zum Unterbewusstsein

Dein Verstand nimmt im tranceartigen Zustand alles auf, was der Hypnotherapeut zu dir sagt und formt die entsprechenden mentalen Bilder. Als Folge davon fängt dein Körper an, die entsprechenden biologischen Prozesse zu aktivieren und auf das mentale Bild zu reagieren.

Deshalb ist es so wichtig, dass die Hypnotherapeuten dich zunächst in einen tranceartigen Zustand bringen, um sich eben den besagten Zugang zu deinem Unterbewusstsein zu verschaffen. 

Zum Beispiel gibt es eine Hypnotherapeutin, die ihren Patienten hypnotisiert und erklärt, dass sie in eine Zitrone beißen. Daraufhin schmecken die Patienten die Zitrone und was noch viel interessanter ist, der Mund steigert die Speichelproduktion als biologische Reaktion auf dieses mentale Bild.

Hypnotherapeuten sind in der Lage, nur durch ihre Stimme und durch das Wiederholen dieser Sätze, Schmerzen zu lindern. Sie setzen nämlich die richtigen mentalen Bilder in deinen Kopf und dein Verstand löst daraufhin die entsprechende Reaktion in deinem Körper aus. 

Diese Art der Therapie kann, unter bestimmten Umständen, bei schlechten Gewohnheiten helfen, wenn sie regelmäßig praktiziert wird. Hier stehen die wissenschaftlichen Beweise allerdings noch aus. 

Befindest du dich in einem hypnotischen Zustand, werden deine Kreativitäts- und Vorstellungsreserven des Gehirns stimuliert. Während dies geschieht, wird die elektrische Aktivität in der linken Hemisphäre, dem Logik- und Argumentationszentrum, weniger. 

Deshalb ist es für dich in dem Moment auch nicht möglich, zwischen Realität und Einbildung zu unterscheiden. Dein Unterbewusstsein verfügt über diese Fähigkeit im Allgemeinen nicht. Unter anderem ist das ein Grund, wieso sich Albträume so real anfühlen.

Schritt 4: Aus der Hypnose erwachen 

Im vierten und letzten Schritt erwachst du aus der Hypnose. Der Hypnotherapeut hat während der Session bewusst die gewünschten Automatismen in deinem Unterbewusstsein etabliert. Das führt dazu, dass du selbst nach der Hypnose noch immer von den Vorteilen (wie z.B. der Schmerzlinderung) profitieren kannst. 

Interessant hier ist vor allem die Auswirkung der Hypnose auf unerwünschtes Verhalten beziehungsweise lästige Angewohnheiten, die du abstellen möchtest. Wenn oft genug praktiziert, kann dir die Hypnose dabei helfen.

Wichtig: Während du hypnotisiert bist, hast du vollständige Kontrolle über deinen Körper. Das Gerücht, dass dich ein Hypnotherapeut wie ein Hühnchen gackern lassen kann, ist nichts weiter als das, ein Gerücht.

Theoretisch könntest du, sofern du über die nötigen Fähigkeiten verfügst, dich selbst hypnotisieren. Selbst das Hypnotisieren von deinen Freunden und Verwandten sollte mit den richtigen Fähigkeiten kein Problem sein. Jedoch ist es an der Stelle nochmal wichtig, dass die Person, die du hypnotisieren möchtest, hypnotisierbar ist.

Hypnotisierbar bedeutet in diesem Kontext: die Person, die du hypnotisieren möchtest, muss fest davon überzeugt sein, dass Hypnose funktioniert und real ist. 

Obwohl die Hypnose ungefährlich ist, solltest du gerade am Anfang idealerweise zu einem zertifizierten Hypnotherapeuten gehen. Dadurch stellst du sicher, dass du von den vielen Vorteile der Hypnose optimal profitierst.

Fazit

Hypnose ist ein mentaler Zustand in welchem dein Gehirn auf einer Schwellenfrequenz zwischen Alpha (Entspannung) und Theta (Leichter Schlaf) gebracht wird, um einen Zustand der Trance hervorzurufen. 

In diesem Zustand öffnet sich der Zugang zu deinem Unterbewusstsein.

Tatsächlich befindest auch du dich mindestens zweimal täglich in diesem Zustand: bevor du einschläfst und bevor du aufwachst. 

Hypnose hat nichts mit Magie, Religion oder Spiritualität zu tun und ist von der Wissenschaft bestätigt. Insbesondere interessant wird sie, wenn sie nicht nur zur reinen Belustigung der Massen eingesetzt wird, sondern um Menschen mit Krankheiten und körperlichen Beschwerden zu heilen. 

Wir können verstehen, wenn du Probleme damit hast, an andere spirituelle Themen, wie zum Beispiel die 7 Chakren, zu glauben. Das Themenfeld der Hypnose ist jedoch wissenschaftlich bewiesen, weshalb du dem Ganzen durchaus noch eine Chance geben solltest. 

Dabei hängt der Erfolg von der Hypnosetherapie ebenfalls von deiner mentalen Einstellung zu dem Thema ab. Gehst du voller Skepsis zu einem Hypnotherapeuten, wird dieser unter Umständen Schwierigkeiten haben, dich in einen tranceartigen Zustand zu versetzen. Das liegt vor allem daran, dass eine ablehnende Einstellung zu diesem Thema den Zugang zum Unterbewusstsein versperrt. 

Evaluiere dieses Thema für dich selbst und gehe mit Mindfulness an das Thema, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

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