Qigong vs. Tai Chi: 7 Merkmale um die Unterschiede zu erkennen

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Mann macht Tai Chi draussen

Qigong (ausgesprochen Chi Gong), und Tai Chi haben beide das Wort Chi (Qi) in ihrem Namen. Doch meinen sie beide auch dasselbe? Das Chi ist ein Konzept aus der altchinesischen Medizin und wird als heilende Energie gesehen, die uns alle umgibt. 

Qigong und Tai Chi arbeiten also mit Energie. Doch wo liegen die Unterschiede? 

Sowohl für Laien als auch für fortgeschrittene Chi Praktizierende ist die Unterscheidung zwischen Tai Chi und Qigong nicht immer einfach. Manche behaupten sogar, dass es keine Unterschiede gibt und dass die Grenzen nicht klar definierbar sind. 

Andere wiederum meinen, die Trennung sei einfach: Tai Chi ist ein Kampfsport und Qigong ist eine Heilpraktik.

In diesem Artikel sind wir von Mindmonia dem Ganzen für euch auf den Grund gegangen. Wir werden zunächst erklären was Qigong und was Tai Chi ist, um ein einheitliches Verständnis darüber zu haben. Anschließend gehen wir auf die Unterschiede ein. 

Hier ist ein klickbares Inhaltsverzeichnis, um durch diesen Artikel zu navigieren:

Was ist Qigong?

Qigong ist, einfach ausgedrückt, meditative Energiearbeit aus dem alten China. Beim Qigong geht es darum, körperliche Bewegungen, mit kontrollierten Atemübungen und vor allem unterschiedlichen Visualisierungstechniken zu vereinen.  

Es gibt dabei keine Priorisierung zwischen den Komponenten. Zum Beispiel ist die Visualisierung genauso wichtig wie die körperlichen Bewegungen. 

Im Laufe der Zeit haben sich viele unterschiedliche Stile sowie Übungen entwickelt. Das liegt vor allem an der Art und Weise, wie das Wissen über Qigong Jahrhunderte lang von Meister zu Meister übergeben wurde. Entsprechend gibt es nicht den einen universalen Qigong Stil oder die eine richtige Art, eine Übung auszuführen.

Zu den bekanntesten Übungssystemen des Qigong gehören: 

  • Die 8 Brokate
  • Übungen für die 5 Elemente
  • Die 18 Übungen der Harmonie

Wenn du mehr über die unterschiedlichen Qigong Übungen lesen möchtest, schau dir unseren ausführlichen Artikel dazu an.

Wegen seiner beruhigenden Wirkung auf den Körper und Geist wird Qigong auch “Meditation im Stehen” genannt. 

Was ist Tai Chi?

Tai Chi (oder auch Taiji) ist eine Kombination aus Kampfkunst, Meditation und Heilung in einem. Der meditative Kampfsport aus dem alten China wird sowohl bewaffnet als auch unbewaffnet praktiziert.

Es ist ein sogenannter weicher Kampfsport, ohne Abhärtungs- oder Bruchtests wie zum Beispiel beim Karate. Du führst die Tai Chi Formen und Posen fließenden Bewegungen durch, gepaart mit Atemübungen. 

Zu den Formen gehören:

  • Wu
  • Yang
  • Chen
  • Sun
  • Hao

Das sind jedoch nur einige der vielen unterschiedlichen Stile des Tai Chi.

Tai Chi wird heute nicht nur wegen der Selbstverteidigung geübt, sondern vielmehr wegen den vielen emotionalen und körperlichen Vorteilen. Wenn du regelmäßig Tai Chi übst, kannst du, unter anderem, von den folgenden Vorteilen profitieren: 

Qigong vs. Tai Chi: die Unterschiede

Rote Bälle mit Ying und Yang

Um die Unterschiede zwischen Qigong und Tai Chi besser herauszustellen, haben wir die folgenden Vergleichskriterien definiert:

  • Fokus 
  • Übungen
  • Bewegungen
  • Verwendung von Chi
  • Schlichtheit
  • Körperliche Anstrengung
  • Meditation

Unterschied 1: Fokus

Tai Chi ist, wie oben bereits erwähnt, eine Kampfsportkunst. Qigong hingegen, hat einen gänzlich anderen Fokus. Hier ist jedoch wichtig, welche Art des Qigong du betrachtest. 

Es gibt zum Beispiel das medizinische Qigong, das ausschließlich für die Heilung vorgesehen ist oder die Kampfsportversion, die Martial Qigong genannt wird. 

Hier ist also wichtig, welche Art des Qigong du mit Tai Chi vergleichst. Im Allgemeinen kannst du sagen, dass Qigong mehr zur Heilung und Tai Chi mehr zur Selbstverteidigung eingesetzt wird. Das ist allerdings auch nicht immer richtig, da du Tai Chi auch als Heilmethode nutzen kannst. Es gibt in der Hinsicht also keine strikte Trennung. 

Unterschied 2: Übungen

Die Übungen im Tai Chi werden zum Großteil im Stehen durchgeführt, während du dich bei bestimmten Qigong Übungen auch hinsetzen oder hinlegen kannst. Die Bewegungen an sich sind bei beiden sehr langsam und mit fließenden Übergängen. Beim Tai Chi kann es allerdings passieren, dass du ruckartige Bewegungen durchführst, sofern du Tai Chi für die Selbstverteidigung nutzt.

Unterschied 3: Bewegungen

Tai Chi arbeitet mehr in Formen und festgelegten Posen als Qigong. Beim Qigong sind die Formen mehr eine Kombination aus einfachen Bewegungen. Jede Bewegung hat bestimmte Vorteile und Auswirkungen auf den Körper und Geist, laut der altchinesischen Medizin. 

Zu bekannten Abläufen im Qigong kannst du zum Beispiel weitere Bewegungen hinzufügen, wenn du bestimmte Vorteile nutzen oder verstärken möchtest. Unter anderem ist das auch der Grund, wieso die bekannten Qigong Übungen oftmals leicht unterschiedlich in der Durchführung sind. 

Unterschied 4: Verwendung von Chi

Qigong und Tai Chi nutzen das Chi auf unterschiedliche Art und Weise. Qigong, wenn als Heilpraktik verwendet, konzentriert sich auf eine bestimmte Art des Chi mit einer bestimmten Funktion. Im Qigong kannst du Übungen und Heilmethoden anwenden, die das Chi für eine gewisse Funktion aktivieren sollen.

Tai Chi sieht das Chi vielmehr als Ganzes, mit dem Ziel den Energiefluss im Körper ganzheitlich zu aktivieren und zu regulieren. Selbstverständlich muss auch hier unterschieden werden, welche Übungen und mit welchem Ziel und Zweck Qigong oder Tai Chi geübt werden. 

Die Wörter “Qi” und “Chi” haben zwei unterschiedliche Bedeutungen im Chinesischen. “Qi” bedeutet Energie und “Chi” bedeutet ultimativ. Ein weiteres Indiz, dass das Verständnis für die Energie zwischen Tai Chi und Qigong leicht unterschiedlich ist. 

Unterschied 5: Schlichtheit

Frau macht Qigong draussen

Die Bewegungen sind im Qigong bewusst schlicht gehalten. Es ist einfacher zu lernen, weil es weniger fest-definierte Posen gibt und körperlich nicht anspruchsvoll ist. 

Die Abläufe im Tai Chi sind vergleichsweise komplex und körperlich deutlich anspruchsvoller. Oftmals bedarf es viel Übung, um gewisse Tai Chi Posen zu meistern.

Für Anfänger ist es oftmals einfacher, mit Qigong zu beginnen und dann auf Tai Chi umzusteigen. 

Unterschied 6: Körperliche Anstrengung

Qigong ist so gestaltet, dass jeder üben kann, ganz egal ob Kinder, Senioren oder Personen mit körperlicher Beeinträchtigung. Die Bewegungen sind sanft und leicht zu merken, können im Sitzen oder sogar im Liegen praktiziert werden und sind deshalb für nahezu jeden geeignet. Außerdem sind die Bewegungen mit Visualisierungstechniken verbunden, und körperlich nicht sehr anstrengend.

Tai Chi ist, aufgrund seiner Natur als Kampfsport, oftmals nur im Stehen möglich und kann, je nach Pose, körperlich anspruchsvoll sein. 

Unterschied 7: Meditation

Sowohl Tai Chi als auch Qigong verfügen über meditative Aspekte. Der Fokus ist jedoch unterschiedlich. Im Qigong spielt die Meditation eine größere Rolle und der Fokus liegt auf der Kombination unterschiedlicher Bewegungen mit meditativen Atemübungen.

Tai Chi hat ebenfalls meditative Aspekte, jedoch sind die Formen und Posen körperbetonter. Die Atmung spielt zwar auch hier eine große Rolle, jedoch sind die meisten Tai Chi Formen in sich weniger meditativ, als die Bewegungen des Qigong.

Zusammenfassender Vergleich

Angenommen wir betrachten Qigong als reine Heilpraktik und Tai Chi als reine Kampfsportart, ergeben sich die folgenden Unterschiede:

KriteriumTai ChiQigong
FokusKampfsport im Fokus, Heilung und Meditation sekundärHeilmethoden, Meditation und Visualisierung im Fokus
ÜbungenWerden zum Großteil im Stehen durchgeführtKönnen im Stehen, Liegen und Sitzen durchgeführt werden
BewegungenFormen und Posen sind fest definiert und Bewegungen sind nur ein Teil der GesamtformBewegungen werden losgelöst von den Formen betrachtet. Formen können beliebig mit Bewegungen ergänzt werden
Verwendung von ChiDer gesamte Energiefluss im Körper wird kontrolliertEnergie für bestimmte Funktionen wird kontrolliert
SchlichtheitBewegungen und Formen sind kompliziert und nicht einfach zu erlernenBewegungen und Formen sind bewusst einfach gehalten
Körperliche AnstrengungKörperlich anstrengendKörperlich nicht so anstrengend wie Tai Chi
MeditationSpielt eine sekundäre Rolle im KampfsportSpielt eine primäre Rolle in der Heilmethode

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede gibt. 

Fazit

Qigong und Tai Chi sind sehr breite Themengebiete, die nicht immer leicht trennbar sind. Klar ist, dass sich die beiden Praktiken aus dem alten China vor allem im Fokus unterscheiden. 

Dies verschwimmt jedoch, da beide von ihrer Idee her sehr ähnlich sind. Während angenommen wird, dass Tai Chi vor allem für den Kampfsport ist, verfügt Tai Chi auch über Heilmethoden. Qigong auf der anderen Seite, wird mehr als “heilende” Praktik gesehen, aber auch hier ist es abhängig von der Art des Qigong. Du kannst zum Beispiel auch Martial Qigong üben, die Kampfsport-Variante des Qigong. 

Es kommt letzten Endes vor allem darauf an, welche Art und Form des Tai Chi und Qigong du nutzt, und wofür du sie nutzt. 

Viele, darunter auch wir, sind der Meinung, dass Tai Chi eine Form des Qigong ist. Tai Chi baut darauf auf, wie sehr du deine eigene Energie, also dein Chi, kontrollieren kannst. Teilweise kannst du dies auch durch einige Tai Chi Formen und Übungen lernen. 

Solltest du Tai Chi aber wirklich meistern wollen, führt kein Weg an Qigong vorbei. Qigong ist die Basis und Essenz der inneren Energiearbeit, auf der die Philosophie des Tai Chi im Kern aufbaut. Tai Chi ohne Qigong geht also nicht.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du mit Tai Chi oder mit Qigong anfangen sollst, merke dir: Egal für welche der beiden du dich entscheidest, sowohl Qigong als auch Tai Chi bringen viele gesundheitliche Vorteile mit sich. Es ist also besser, eines der beiden zu üben, als gar nicht zu üben. 

Für absolute Anfänger empfehlen wir Qigong, da es körperlich nicht so anstrengend ist wie Tai Chi und weil es einfacher zu erlernen ist. Wie oben bereits angesprochen beginnen viele Anfänger mit Qigong, um später auf Tai Chi, der anspruchsvolleren Variante, umzusteigen.

Wenn dir Qigong aufgrund seiner meditativen Ansätze gefällt, du dich aber ein wenig mehr bewegen möchtest, kannst du auch gerne mal Yoga oder Pilates ausprobieren.

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