Soft Skills – Ein Guide für Anfänger

Soft Skills – Ein Guide für Anfänger

Soft Skills – Ein Guide für Anfänger 1280 720 Mindmonia

“Sind Sie teamfähig?” – diese Frage hast du mit Sicherheit in einem Bewerbungsgespräch schon einmal gehört. Nicht selten kommt es vor, dass sich Personaler im Interview für den Kandidaten entscheiden, der die besten Soft Skills aufweisen kann. Der Bedarf an ausgeprägten Soft Skills steigt konstant. Doch warum ist dem so?

Wenn Spinnen vereint weben, können sie einen Löwen fesseln.

Vielschichtige Aufgaben und Projekte erfordern mehr als nur einen Menschen, um sie erfolgreich abschließen zu können. Teamarbeit ist gefragt und da unsere Welt immer komplexer wird, wächst die Anzahl der Projekte in Unternehmen stetig an.

In den meisten Jobs musst du deshalb im Team funktionieren können. Die Aufgaben im Beruf werden immer anspruchsvoller und so auch die Herausforderungen, denen du dich mit deinem Team stellen musst. Deshalb ist die Kombination aus Hard und Soft Skills für viele Arbeitgeber ein wichtiges Kriterium für die Entscheidung, wer letzten Endes eingestellt wird und wer nicht.

In diesem Artikel wirst du lernen, was Soft Skills sind und wieso sie für dein persönliches Glück wichtig sind. Anschließend zeigen wir dir, wie du deine sozialen Fähigkeiten optimal ausbauen kannst und welche Rolle das aktive Zuhören dabei spielt.

Hier ist ein klickbares Inhaltsverzeichnis, um durch diesen Artikel zu navigieren:

Was sind Soft Skills?

Personen schütteln sich die Hand

Soft Skills oder auch soziale Kompetenz, ist ein Sammelbegriff für Fähigkeiten, die noch (!) nicht mit Urkunden oder Zertifikaten nachzuweisen sind. Es sind neben der fachlichen Kompetenz, also den Hard Skills, die “weichen” Fähigkeiten, die für ein glückliches Miteinander sorgen. Oft werden Soft Skills auch zwischenmenschliche Fähigkeiten genannt.

Genau genommen setzen sich Soft Skills aus zwei Teilen zusammen: den persönlichen Fähigkeiten und den zwischenmenschlichen Kompetenzen. Dabei sind beide Teile gleich wichtig. Soft Skills sind mehr als nur der Umgang mit deinen Mitmenschen, da sie persönliche Fähigkeiten und Charakterzüge wie Selbstbewusstsein, Ehrgeiz und Leidenschaft umfassen.

Während wir uns die methodische Kompetenz erarbeiten müssen, sind Soft Skills teils angeboren und, teils angelernt. Die Pädagogik der Lehrer, die Erziehung deiner Eltern, Beziehungen, die du geführt hast und viele weitere Aspekte spielen bei der Entwicklung deiner sozialer Fähigkeiten eine große Rolle.

Manche Menschen haben ein natürliches Talent für zwischenmenschliche Fähigkeiten. Sie verstehen genau, was nötig ist, um mit anderen Menschen gut auszukommen. Viele von ihnen wissen dabei nicht einmal, was zwischenmenschliche Fähigkeiten überhaupt sind.

Damit du ein besseres Gefühl dafür bekommst, was Soft Skills tatsächlich sind, hier eine Liste an Beispielen für den beruflichen sowie privaten Erfolg (es gibt sogar einige Überschneidungen mit analytischen Fähigkeiten):

  • Aktives Zuhören
  • Einfühlungsvermögen (Empathie)
  • Anpassungsfähigkeit
  • Geduld
  • Konfliktschlichtung
  • Leadership
  • Problembewältigung
  • Teamwork
  • Interkulturelle Kompetenz
  • Selbstwahrnehmung
  • Selbstbewusstsein
  • Beharrlichkeit
  • Kommunikation
  • Präsentationsfähigkeit
  • Verhandlungsgeschick
  • Networking
  • Coaching Fähigkeiten
  • Kontrolle über Emotionen

Warum sind Soft Skills wichtig?

Wie oben bereits angedeutet, nehmen soziale Fähigkeiten eine immer größere Rolle im Arbeitsleben ein. Es gibt jedoch viele weitere Gründe, warum du ausgeprägte Soft Skills haben solltest, weil:

Menschen umgeben uns in fast jedem Teil unseres Lebens.

Soziale Kompetenz ist einer, wenn nicht sogar der wichtigste Faktor für eine positive Lebenseinstellung. Durch die sozialen Beziehungen zu anderen Menschen, die ein jeder von uns benötigt, um glücklich zu sein, sind Soft Skills in jedem noch so kleinen Aspekt unseres Lebens präsent.

In erster Linie sehnt sich jeder von uns nach Verbundenheit, also dem Gefühl, ein Teil des großen Ganzen zu sein. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe ist ein wichtiges Bedürfnis, dass tief in uns verankert ist. Die Nähe zu anderen stimmt uns glücklich. Außerdem ist es wissenschaftlich bewiesen, dass jeder Mensch versucht, eine soziale Rolle in der Gesellschaft einzunehmen.

Kollegen arbeiten zusammen am Tisch

Einfacher ausgedrückt: Jeder Mensch braucht andere Menschen, um glücklich zu sein.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass du verstehst, wie du mit deinen Mitmenschen richtig umgehst und tiefe Beziehungen aufbaust. Soziale Kompetenz kann man lernen. Arbeite an deinen Fähigkeiten, weil es dir so leichter fallen wird, Beziehungen zu deinen Mitmenschen aufzubauen. Das wird dich auf sozialer Ebene glücklich machen.

Wie du deine Soft Skills verbessern kannst

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie du deine soziale Kompetenz verbessern kannst. Hier einige Beispiele und Übungen, die besonders gut für Anfänger geeignet sind. Im Idealfall führst du diese Übungen täglich durch, damit du sie in dein Unterbewusstsein programmierst und sie so zur Gewohnheit werden.

Zeige Anerkennung

Du kannst deine Wertschätzung für deine Mitmenschen auf drei Arten zeigen:

  • Wird dir geholfen, sei dankbar dafür und sehe es nicht als selbstverständlich an.
  • Schätze kreative Ideen und jegliches Feedback, dass du bekommst.
  • Wenn jemand etwas besser kann als du, lobe die Person und hebe ihre Stärken hervor.

Dankbarkeit und Anerkennung spornt an und ist wichtig für die Bildung eines gesunden Selbstvertrauens. Viele Menschen sehnen sich einfach nur nach einem “gut gemacht”, auch wenn sie es nicht direkt aussprechen. Spare also nicht mit dem Lob und sei offen und ehrlich zu deinen Mitmenschen. Lass sie wissen, dass du ihre harte Arbeit zu schätzen weißt. Sie werden es dir danken.

Übe Mitgefühl

Die Sorge um das Wohlergehen anderer ist ein wichtiger Schritt in Richtung ausgeprägter Soft Skills, an deren Förderung wir alle ein wenig arbeiten sollten.

Mitgefühl, auch Empathie genannt, ist die Fähigkeit die Gefühle anderer zu verstehen und auf diese einzugehen. Egal ob Wut, Trauer oder Mitleid, als empathischer Mensch weißt du in jeder Situation, was die Person gegenüber hören möchte.

Wenn du also merkst, dass jemand gerade eine schwierige Zeit durchmacht, einen schlechten Tag hatte oder ein verstörendes Erlebnis durchleben musste: biete deine Hilfe an. Hör dir an, was die Person zu sagen hat, finde den Ursprung des Problems und versuche nachzuvollziehen, warum sich diese Person so fühlt, wie sie sich fühlt. Gebe der Person gegenüber das Gefühl, dass du tatsächlich interessiert bist und sie bei dir jederzeit auf Mitgefühl stoßen wird. Das wird deine Beziehung zu dieser Person enorm festigen.

Kollegin hilft geduldig am Arbeitsplatz

Allerdings bringt ein empathischer Umgang mit deinen Mitmenschen noch weitere Vorteile mit sich. Es ist bewiesen, dass Menschen, die Mitgefühl für andere zeigen, allgemein stressfreier durch den Tag gehen. Empathie sorgt nämlich dafür, dass dein Körper weniger Stresshormone produziert.

Positive Gedanken verbreiten sich bekanntermaßen von Mensch zu Mensch. Wenn du also mehr auf deine Mitmenschen achtest und diese glücklich machst, wird dieses Glück auch auf dich überschwappen. Lass dir an dieser Stelle gesagt sein: nur wenige Emotionen können mit dem Gefühl verglichen werden, dass du haben wirst, wenn du etwas Gutes für deine Mitmenschen tust.

Interessiere dich für andere

Vielleicht kennst du die folgende Situation: du hast einen anstrengenden Arbeitstag, bei dem dein Chef dir deinen Tag nach allen Regeln der Kunst verdorben hat und du hast mehr als nur die Schnauze voll von deinem Job. Energiegeladen und angespannt kommst du nach Hause zu deinem Partner, der mit dir über seine Probleme sprechen möchte. Wie sollst du in so einer Lage noch den Nerv haben, über die Probleme anderer zu sprechen?

Das ist nicht einfach, vor allem dann nicht, wenn du selbst mit Problemen zu kämpfen hast. Versuche daher zunächst mit dir selbst im Reinen zu sein, ehe du dich auf die Probleme anderer einlassen kannst.

Zwei Freunde feiern am Gipfel des Berges

Aufrichtiges Interesse an deinen Mitmenschen ist der beste Weg zu ausgeprägten Soft Skills und tiefe Beziehungen zu deinen Mitmenschen. Bevor du das nächste Mal damit anfangen möchtest, dich zu beschweren, versuche lieber die Person, mit der du aktuell unterwegs bist zu fragen, wie es ihr geht. Frage sie nach ihren Hobbys, Leidenschaften und Interessen. Bleibe dabei stets aufmerksam bei der Sache und zeige deinem Gegenüber, dass du aufrichtig interessiert bist. So wirst du Menschen auf einer tieferen Ebene kennenlernen können.

Aktives Zuhören

Eine Beziehung zwischen zwei Menschen, egal ob positiv oder negativ, beginnt immer mit der Kommunikation. Mit ihr steht und fällt jedes Gespräch und langfristig auch jede Beziehung. Wenn die Kommunikation gut ist, entstehen positive, wenn sie schlecht ist, negative Emotionen. Deshalb ist das aktive Zuhören der wichtigste Soft Skill, den du lernen solltest.

Beim aktiven Zuhören geht es darum, deine volle Aufmerksamkeit der Person zu widmen, die gerade spricht. Dabei ist es wichtig, dass du dieser durch Signale wie Kopfnicken, ein sanftes “Ja, verstehe” oder ein “Mhm” auch erkenntlich machst, dass du deine unvoreingenommene Aufmerksamkeit mit ihr teilst. Blickkontakt und eine angenehme Körpersprache verstärken diese Signale zusätzlich.

Wenn du jemandem aktiv zuhörst musst du vor allem auf deine Körpersprache achten. Nur 7% deines Eindruckes werden nämlich von dem was du sagst bestimmt. 93% deines Eindruckes kommt von Körpersprache und Stimme. Du solltest deshalb auf deine Gestik, Mimik und auf deinen Tonfall beim Sprechen achten, weil diese viel über dich aussagen.

Die soziale Kompetenz auf dem Gebiet der Körpersprache konzentriert sich zentral auf deine Gesichtszüge, deine Hände, Augen und deine Haltung, während du anderen zuhörst oder selbst sprichst.

Mann hört aufmerksam einer anderen Person zu

Durch aktives Zuhören wirst du all die anderen Soft Skills wie deine interkulturelle Kompetenz, deine Geduld und deine Empathie schneller ausbauen. Diese Fähigkeit ist das absolute Fundament für weitere Beziehungen und Soft Skills, weil um effektiv zu kommunizieren, solltest du nicht nur lernen, wie du dich richtig ausdrückst, sondern auch, wie du richtig zuhörst.

Für die oberen drei Übungen (Anerkennung, Interesse und Empathie) ist das aktive Zuhören das ideale Fundament, weil:

  • Aufmerksamkeit ist ein Signal der Anerkennung und Gleichberechtigung
  • Aktives Zuhören zeigt Interesse an einer Person und deren Ideen
  • Du sammelst mehr Informationen zu einer Person, kannst schneller zu ihr durchdringen und wirst deine Empathie schneller ausbauen können

Fazit

Es gibt unglaublich viele Soft Skills, die es sich zu lernen lohnt. Sie helfen dir nicht nur bei der Persönlichkeitsentwicklung, sondern sind obendrein auch noch gut fürs Netzwerk. Wie bereits erwähnt, umgeben uns Menschen in fast allen Lebensbereichen, weshalb Soft Skills eine so ausschlaggebende Rolle auf unser Leben haben.

Anerkennung, Interesse und Empathie sind gute erste Schritte auf dem langen und harten Weg zu einer ausgeprägten sozialen Kompetenz. Allerdings ist aktives Zuhören der absolute Grundstein, das zunächst gelegt werden sollte, bevor du dich an weitere Soft Skills machst.

Wichtig ist auch, dass du jede Übung die wir dir gezeigt haben, regelmäßig durchführst, um einen Automatismus dafür herzustellen.

FAQ

Da das Thema rund um die unterschiedlichen Kompetenzen sehr verwirrend sein kann, haben wir dir hier noch ein paar Antworten auf die wichtigsten Fragen übersichtlich zusammengefasst.

Wie viele Soft Skills gibt es?

Das ist eine schwierige Frage, da die Grenzen zwischen den einzelnen Soft Skills hauchdünn sind. Das führt dazu, dass die sozialen Kompetenzen oft unterschiedlich kategorisiert werden. Ein gängiger Schätzwert ist 90, wobei wir persönlich glauben, dass es immer mehr davon geben wird.

Was ist emotionale Intelligenz?

Unter dem Begriff “emotionale Intelligenz” versteht man die Fähigkeit, seine eigenen Gefühle zu deuten und zu kontrollieren. Dabei spielt die Selbstreflexion, also die Art wie du dich selbst siehst, eine große Rolle. Ebenso wichtige Bestandteile sind die Motivation, das Selbstvertrauen und die Selbstregulierung.

Was ist der Unterschied zwischen sozialer Kompetenz und emotionaler Intelligenz?

Die emotionale Intelligenz ist das große Ganze, dass du für den sozialen Umgang mit Menschen benötigst. Das bedeutet in diesem Kontext, dass du zunächst mit deinen eigenen Gefühlen lernen musst umzugehen, bevor du dich herantraust die Gefühle anderer zu lesen und zu verstehen. Eine ausgeprägte emotionale Intelligenz ist also Grundvoraussetzung für die soziale Kompetenz.

Was ist interkulturelle Kompetenz?

Die interkulturelle Kompetenz umfasst den positiven Umgang mit fremden Kulturen. Im Grunde genommen soziale Kompetenz auf internationaler Ebene.

Gibt es einen Unterschied zwischen Soft Skills und sozialer Kompetenz?

Streng genommen ja. Es gibt tatsächlich einen Unterschied zwischen dem Begriff “Soft Skills” und sozialer Kompetenz. Die soziale Kompetenz ist eine Unterkategorie der Soft Skills. Wir haben diese Begriffe in unserem Artikel allerdings als Synonyme verwendet, da wir weniger auf die Business-Vorteile, sondern mehr auf die Vorteile im Allgemeinen eingehen wollten.

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