Prokrastination und 21 Tipps dagegen – der komplette Guide

Prokrastination und 21 Tipps dagegen – der komplette Guide

Prokrastination und 21 Tipps dagegen – der komplette Guide 1280 853 Mindmonia

Eine typische Situation die wohl den meisten (Ex-)Studierenden bekannt vorkommt: Dein Professor gibt dir ein Thema zu einer wissenschaftlichen Ausarbeitung, die du in sechs Wochen final abgeben musst.

Jedes Mal, wenn du daran denkst, wie viel Arbeit noch dahinter steckt, gehst du lieber feiern oder schaust Netflix. Selbst die Wohnung räumst du lieber auf. „Ist ja noch genug Zeit“ ist der Gedanke, mit dem du deine Entscheidungen rechtfertigst.

Was danach geschieht, kennt wohl jeder, der in schon mal in dieser Situation war: du sitzt total gestresst, schlaflos und mit hohem Blutdruck am Laptop und schreibst die Ausarbeitung, die du in zwei Tagen abgeben musstest.

Dieses Phänomen nennt man Prokrastination.

Prokrastination ist das Hinauszögern von Entscheidungen und Aufgaben und kostet die Wirtschaft jedes Jahr ein Milliardenvermögen. Es können Freundschaften verloren gehen und auch für dich als Privatperson kann das Prokrastinieren teuer werden. Diese Angewohnheit ist nicht nur stressig, sie schadet obendrein noch deiner Produktivität und Gesundheit und kann extrem nervig für Freunde und Kollegen werden.

“Aufschieberitis” ist eine schlechte Angewohnheit, an der wir fast alle bis zu einem gewissen Grad leiden. Das Gute an der Sache ist: da Prokrastination nicht mehr als eine Gewohnheit ist, kann sie mit der richtigen Motivation und ein paar simplen Tricks dauerhaft behoben werden.

In diesem Artikel lernst du, was Prokrastination ist, welche Ursachen und Auswirkungen es hat und welche Tipps es dagegen gibt. Da sich Prokrastination gerne unbewusst einschleicht (wie fast alle Gewohnheiten), haben wir dir noch einen Test erstellt, mit dem du herausfinden kannst, ob und wie sehr du im Alltag prokrastinierst.

Hier ist ein klickbares Inhaltsverzeichnis, um durch diesen Artikel zu navigieren:

Was ist Prokrastination?

Laptop voll geklebt mit Notizen

Eine Definition für Prokrastination lautet:

“Prokrastination ist die Gewohnheit, bewusst oder unbewusst weniger dringliche Aufgaben anstelle von dringlichen auszuführen, oder angenehmere Dinge anstelle von weniger angenehmen zu tun und so bevorstehende Aufgaben auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. In den meisten Fällen ist das Bewusstsein vor den negativen Auswirkungen der Aufschiebung bekannt.

Prokrastination ist allerdings nicht dasselbe wie Faulheit, auch wenn es oft damit verwechselt wird.

Prokrastination ist ein aktiver Prozess. Anstatt dich der eigentlichen Arbeit zu stellen, entscheidest du dich aktiv, etwas anderes zu unternehmen, wie zum Beispiel deine Wohnung aufzuräumen oder Nachrichten auf WhatsApp zu beantworten.

Faulheit hingegen ist der Zustand, in welchem sämtlicher Wille fehlt. Bist du faul, weichst du der Aufgabe nicht aus, indem du etwas anderes machst, sondern unternimmst erst gar nichts. Streng genommen kannst du diese beiden Begriffe so trennen: der Prokrastinierende möchte die Aufgabe eigentlich erledigen, während der Faule überhaupt nicht interessiert ist.

In der Regel prokrastinierst du, sofern dir eine Aufgabe unangenehm, unwichtig oder zu schwer erscheint.

Einer unangenehmen Aufgabe auszuweichen ist vollkommen normal. Unser Verstand, eher gesagt unser Unterbewusstsein, ist darauf programmiert uns zu schützen. Stoßen wir auf Widerstand oder eine unschöne Situation, reagiert unser Verstand und sucht nach einer Ablenkung. Unser Verstand möchte nicht, dass wir uns unbequemen Situationen stellen und bringt uns dazu, auszuweichen.

Weichst du jedoch ständig aus, hat das schwerwiegende Folgen für dein Selbstbewusstsein. Zuerst fühlt es sich einfach nur beschämend an, Aufgaben und Problemen aus dem Weg zu gehen. Mit der Zeit beginnst du allerdings dich unproduktiv zu fühlen, weil du deine Ziele nicht erreichst. Du entwickelst Selbstzweifel, die sogar zur Depression führen können.

Jemand der an Prokrastination leidet, hat eine To-Do-Liste auf der vielleicht zehn Aufgaben stehen. Der Prokrastinierende arbeitet zwei bis drei Aufgaben ab, ohne darauf zu achten, ob diese Aufgaben von der Priorität her die Wichtigsten sind. Danach mischt er die übrigen Aufgaben, schreibt sie auf ein neues Blatt Papier, fotokopiert es und arbeitet wieder an anderen (unwichtigen) Arbeiten der neuen To-Do-Liste.

Anders sieht es beim Thema Zeitmanagement aus. Das Ziel von gutem Zeitmanagement und einem Leben ohne Prokrastination mag identisch sein: effektive Nutzung der Zeit.

Dennoch:

Prokrastination und Zeitmanagement ist nicht dasselbe.

Beim Zeitmanagement geht es um die Fähigkeit, die eigene Zeit produktiv oder effektiv anhand verschiedener Techniken zu nutzen. Die Techniken überschneiden sich zwar teilweise mit den Tipps zum Stoppen von Prokrastination. Bei Prokrastination geht es allerdings darum, sich überhaupt erst aufzuraffen, eine unangenehme Aufgabe zu erledigen. Wie effektiv du dabei vorgehst, ist im ersten Schritt egal.

So sieht der typische Ablauf von Aufschieberitis aus:

Grafik zur Veranschaulichung von Prokrastination

Studien zeigen, dass Prokrastination mit den richtigen Methoden und Tipps gestoppt werden kann. In den nächsten Kapiteln zeigen wir dir, wie.

Ursachen – Warum prokrastiniere ich?

Es gibt unterschiedliche Gründe warum du prokrastinierst. Einige davon sind:

  • Stress (lerne mehr über Stress in unserem Anti-Stress Artikel)
  • Mangelnde Motivation
  • Depression
  • Perfektionismus
  • Mangelndes Verständnis
  • Angst zu Scheitern
  • Konzentrationsprobleme
  • Geringes Selbstvertrauen
  • Angewohnheit
  • Gefühl der Überwältigung
  • Schlechte Organisationsfähigkeiten
  • Verbitterung
  • Strenge Kindheit
  • Unzureichende Fähigkeiten

Die Hauptursache ist jedoch: zum Zeitpunkt der Prokrastination glaubst du fälschlicherweise daran, dass du zu einem späteren Zeitpunkt besser gewappnet bist, um der Aufgabe nachzugehen.

Diese Denkweise ist schlichtweg Selbstbetrug.

Das Aufschieben einer Aufgabe gibt dir temporär ein kurzes Gefühl der Erleichterung, langfristig gesehen, schlummert das Schuldgefühl der zurückgestellten Arbeit weiter in dir.

Der Versuchung von wünschenswerter Ablenkung zu widerstehen erfordert ein gewisses Maß an Selbstdisziplin. Sogar, wenn du den negativen Folgen des Nicht-Tuns bewusst bist. Dabei tritt der Selbstbetrug besonders bei sehr impulsiven Personen auf, die ein niedriges Level an Selbstdisziplin haben.

Auswirkungen von Prokrastination

Prokrastination kann neben den bisher erwähnten negativen Auswirkungen allerdings auch positiven Einfluss auf dein Leben haben. Auf beide Seiten gehen wir jetzt im Detail ein.

Negative Auswirkungen

Prokrastination ist ein Problem. Ab einem gewissen Ausprägungsgrad sogar eine Krankheit. Krankhafte Prokrastination hat schwerwiegende Folgen auf deine mentale und körperliche Gesundheit. Außerdem schadet sie deinem persönlichen Wohlbefinden. Hier ein Ausschnitt der häufigsten (negativen) Auswirkungen von Prokrastination:

  • Du fühlst dich frustriert.
  • Du schadest deinem Ruf.
  • Deine finanzielle Situation leidet.
  • Du lässt Chancen aus.
  • Du fühlst dich ängstlich.
  • Du könntest deinen Job verlieren.
  • Dein Selbstbewusstsein leidet.
  • Du erreichst deine Ziele nicht.
  • Du gefährdest deine Gesundheit.
  • Dein Stresslevel steigt.
  • Du fühlst dich deprimiert.
  • Du triffst übereilte und schlechte Entscheidungen.
  • Deine Noten (Schule / Universität) leiden darunter.

Was bei den meisten harmlose Aufschieberitis ist und bleibt, kann bei anderen zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen. Auf der anderen Seite kannst du bereits bei gängiger Aufschieberitis, unfreiwillige und negative Erfahrungen gesammelt haben:

  • Ziele nicht erreichen: schlechte Noten in der Schule und im Studium bekommen.
  • Finanzielle Schaden erleiden: Steuererklärung zu spät eingereicht.
  • Schlechtere Entscheidungen treffen: keine Zeit gehabt überlegt Situationen zu durchdenken.

Positive Auswirkungen

Die wohl häufigste Aussage von Prokrastinatoren ist: ”Egal wann ich die Aufgabe erledige, am wichtigsten ist, dass ich sie erledige. Unter Druck arbeite ich sowieso am besten”.

Tatsächlich gibt es sogar eine Studie darüber, die über die positiven Aspekte der Prokrastination wissenschaftliche Schlüsse zieht. In der Studie wurden zwei Typen von Prokrastinatoren unterschieden: die Aktiven und die Passiven.

Die passiven Prokrastinatoren sind im Endeffekt die, über welche wir bisher berichtet haben. Jene, die Aufgaben hinauszögern und sich unwichtige Aufgaben herauspicken.

Die aktiven Prokrastinatoren hingegen treffen bewusst die Wahl, Entscheidungen und Aufgaben herauszuzögern, da sie lieber unter Druck arbeiten. Diese Gruppe schiebt zwar im gleichen Maße auf, wie die passive, hat aber ein besseres Zeitmanagement und einen größeren Glauben in die eigenen Fähigkeiten.

Aktive Prokrastinatoren benötigen den Druck, um effektiver zu arbeiten und um bessere Ergebnisse zu liefern.

Das bedeutet nicht, dass diese Gruppe von den negativen Auswirkungen verschont bleibt. Bei Zeitdruck ist faktisch ein größeres Risiko vorhanden, Ziele wegen Aufschiebung nicht zu erreichen oder sogar finanziellen und gesundheitlichen Schaden zu erleiden.

Egal ob du dich zu der aktiven oder passiven Gruppe zählst, wir empfehlen das Prokrastinieren generell zu vermeiden.

Prokrastination Test: wie sehr bist du betroffen?

Person trinkt Tee auf der Couch

Wie bereits erwähnt, leidet fast jeder in einem gewissen Maße an Prokrastination. In diesem Selbsttest kannst du herausfinden, ob du nur ab und an Aufschieberitis hast oder schon krankhaft prokrastinierst.

Lese dir die folgenden 13 Aussagen durch. Sofern die Aussage zutrifft, zähle einen Punkt zu deinem “Prokrastinations-Score” hinzu.

  1. Ich bekomme die meisten Dinge nicht rechtzeitig erledigt.
  2. Ich habe oft das Gefühl, keine Zeit mehr zu haben.
  3. Ich sehe manche Aufgaben als “zu aufwendig”, obwohl sie im Nachhinein nur fünf Minuten dauern.
  4. Ich treffe eine Entscheidung, setze aber die Dinge anschließend nicht rum.
  5. Ich habe schon einmal Geld verloren, weil ich zu lange gewartet habe.
  6. Ich verschiebe Aufgaben ständig auf den nächsten Tag.
  7. Ich zögere Entscheidungen zu treffen, bis es zu spät ist.
  8. Ich benötige die richtige Inspiration, um eine wichtige Aufgabe zu beginnen.
  9. Ich verzögere die Beantwortung von E-Mails bei der Arbeit, obwohl sie wichtig sind.
  10. Ich mache Aufgaben nicht sofort, obwohl sie nur fünf Minuten dauern.
  11. Ich ertappe mich selbst, wie ich unnötige Aufgaben zuerst erledige, obwohl ich wichtigere Aufgaben auf meiner To-Do-Liste habe.
  12. Ich ertappe mich dabei, wie ich Dinge erledige, die schon vor Tagen hätten getan werden sollen.
  13. Ich fange eine Aufgabe an und gebe nach bereits ein paar Minuten auf.

10 – 13 Punkte: Krankhafte Prokrastination

Treffen zehn bis 13 Aussagen auf dich zu, dann bist du ein starker Prokrastinator. Deine Gesundheit und dein Leistungsniveau leiden beträchtlich an deiner ständigen Aufschieberei. Denke darüber nach. Vielleicht trifft die Aussage “Ich kann nicht aufhören zu prokrastinieren” auf dich zu.

Schau dir in jedem Fall unsere Tipps an, wie du Prokrastination überwinden kannst. Solltest du nach einiger Zeit keine Verbesserung verspüren, kann ein Gespräch mit einem Psychologen helfen.

5 – 9 Punkte: Mittlerer Prokrastinator

Sollten fünf bis neun Aussagen auf dich zutreffen, bist du ein mittlerer Prokrastinator. Dieses Ergebnis ist besorgniserregend, da du bereits an ersten Auswirkungen der Aufschieberei leidest. An dieser Stelle solltest du dir einen Lebensstil ändern und Prokrastination stoppen. Sieh dir auf jeden Fall unsere Tipps gegen das Aufschieben an, um diese Angewohnheit zu verbessern.

0 – 4 Punkte: Gelegentliche Aufschieberitis

Bei null bis vier Punkten solltest du dir keine Sorgen machen. Du bewegst dich in einem normalen Rahmen. Überprüfe dich allerdings in regelmäßigen Abständen, um bewusst festzustellen, wenn die Prokrastination überhand nimmt.

21 Tipps zur Überwindung von Prokrastination

Die nachfolgenden Tipps sind Hilfsmittel, mit denen du dein Verhaltensmuster brechen kannst. Das geht natürlich nicht über Nacht. Diese Gewohnheiten müssen kontinuierlich und langfristig abgebaut und durch neue, bessere, Gewohnheiten ersetzt werden.

Nutze diese Tipps dauerhaft, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Die Tipps sind ohne bestimmte Reihenfolge angegeben.

Tipp 1: Nutze Zeitblocker

Setze dir einmal oder mehrmals täglich einen Zeitblocker von 30 Minuten, in denen du dich von nichts und niemandem ablenken lässt. Nutze diese Zeit, um konzentriert an der wichtigsten Aufgabe zu arbeiten. Schaffst du das nicht, fange mit weniger Zeit an und arbeite dich Schritt für Schritt an 30 Minuten heran.

Tipp 2: Erledige die schwierigste und wichtigste Aufgabe zuerst

Picke dir nicht die einfachsten Aufgaben aus deiner To-Do-Liste heraus, sondern die herausforderndste. Hast du diese gemeistert, fühlt sich dein Tag schon nach der ersten Aufgabe unglaublich produktiv an.

Tipp 3: Setze Mini-Ziele

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.

Setze Mini-Ziele, um deine Ziele zu erreichen. Willst du öfter ins Fitnessstudio gehen? Setze dir das Ziel, deine Trainingskleidung zu packen. Willst du anfangen, ein Projekt zu planen? Setze dir das Ziel, eine Tabelle aufzusetzen und die Spalten zu benennen. Durch diese Mini-Ziele senkst du die Barriere, Aufgaben nicht zu tun und Entscheidungen nicht zu treffen.

Tipp 4: Verlasse die Komfortzone

Ein Hauptgrund für Prokrastination ist Unbehagen. Fühlst du dich bei einer Aufgabe unwohl, weichst du ihr schneller aus.

Die Lösung für dieses Problem?

Verlasse deine Komfortzone.

Du musst lernen, wie du dich an das Unwohl-fühlen gewöhnen kannst.

Sport ist eine gute Gelegenheit, um zu lernen aus der Komfortzone auszutreten. Beim Sport treiben gewöhnst du dich an das Gefühl, über die eigenen Grenzen, und somit auch die eigene Komfortzone, hinauszuwachsen.

Tipp 5: Nutze die Fünf-Minuten-Challenge

Die Fünf-Minuten-Challenge lautet: welche Maßnahmen kannst du heute, in maximal fünf Minuten, ergreifen, die dich bei einer wichtigen Aufgabe nach vorne bringen?

Die Fünf-Minuten-Challenge hilft besonders bei starken Symptomen von Prokrastination.

Tipp 6: Ordne alle Aufgaben einem Ziel zu

Hast du eine Vision oder ein Ziel, an das du wirklich glaubst, sehen viele Dinge nicht mehr mühevoll aus. Durch deine innere Motivation und deinen Selbstantrieb werden dir die meisten Aufgaben nicht mehr schwerfallen.

Solltest du dich beim Prokrastinieren erwischen, erinnere dich, warum du diese Aufgabe auf deiner To-Do-Liste stehen hast und weshalb es wichtig ist, sie zu erledigen.

Hier einige Beispiele:

  • Du entsorgst den Müll, weil du deinen Partner oder deine Partnerin glücklich machen möchtest.
  • Du lernst für dein Studium, weil dich die Thematik interessiert.
  • Du wagst den Schritt in die Selbständigkeit, weil du dich verwirklichen möchtest.

Dieser Tipp ist der ultimative Tipp, da er deine intrinsische Motivation weckt.

Tipp 7: Minimiere Ablenkungen

Wer kennt es nicht: dauernd klingelt das Smartphone.

Mit Facebook, Instagram, Snapchat, WhatsApp und co. ist es mittlerweile sehr einfach geworden, abgelenkt zu werden.

Erkenne und eliminiere Ablenkungen, wenn du produktive Zeit brauchst. Sofern du fokussiert an einer Aufgabe arbeiten musst, schalte dein Smartphone aus. Die Welt wird nicht untergehen, nur weil du mal für zwei Stunden nicht mehr erreichbar bist. Du wirst überrascht sein, wie produktiv dein Tag auf einmal wird.

Tipp 8: Entwickle eine tägliche Routine

Prokrastination ist eine mentale Angewohnheit. Entwickelst du eine tägliche Routine, kannst du die Macht der Gewohnheiten für dich nutzen und positive mentale Gewohnheiten entwickeln.

Mit einer Routine und einem (teilweise) fixierten Tagesablauf, weißt du zu jedem Zeitpunkt, was zu tun ist. Außerdem gehst du Ablenkungen leichter aus dem Weg und hast eine bessere Reihenfolge für die Erledigungen deiner Aufgaben.

Das spart dir Zeit und räumt Barrieren aus dem Weg, die schnell zur Ausrede und folglich zur Prokrastination werden. Im Idealfall baust du positive Affirmationen in deinen Tagesablauf ein, um dein Unterbewusstsein in wichtigen Lebensbereichen umzuprogrammieren.

Tipp 9: Erledige kleine Aufgaben sofort

Bekommst du eine E-Mail in dein Postfach, deren Bearbeitung weniger als fünf Minuten dauert? Beantworte sie sofort. Alle Aufgaben, die in fünf Minuten erledigt werden können, solltest du nicht aufschieben. Es ist einfacher sie direkt zu erledigen und sie aus dem Kopf zu haben, als ständig daran denken zu müssen. Dadurch sparst du wichtige Gedankenkraft für die schwierigen Aufgaben.

Ganz wichtiges ABER: nutze diesen Tipp nur, wenn du nicht gerade an einer wichtigen Aufgabe arbeitest. Sollte dies der Fall sein, geht die wichtige Aufgabe vor. Ansonsten läufst du genau in die falsche Richtung: du prokrastinierst.

Außerdem darfst du diesen Tipp nicht mit der Fünf-Minuten-Challenge verwechseln. Bei der Fünf-Minuten-Challenge arbeitest du produktiv fünf Minuten an etwas, was dich der Erledigung einer Riesenaufgabe näher bringt. Hier erledigst du ganze Aufgaben innerhalb von fünf Minuten oder weniger.

Tipp 10: Bündle Belohnungen mit Aktionen

Belohne dich, wenn du an einem Ziel arbeitest, dass sich positiv auf dein Leben auswirkt.

Ein Beispiel wäre: du schaust deine Lieblingsserie auf Netflix, sofern du gleichzeitig die Küche aufräumst.

Dieser Tipp eignet sich allerdings nicht für Aufgaben, die eine höhere Konzentration benötigen. Ansonsten führt er zu unproduktivem Multi-Tasking und stellt eine Ablenkung dar.

Tipp 11: Räume versteckte Hürden aus dem Weg

Achte darauf, wann du prokrastinierst. Was tust du stattdessen? Wovon lässt du dich ablenken? Hast du kein übergeordnetes Ziel? Oftmals ist es dir in dem Moment der Prokrastination nicht bewusst, dass du Sachen aufschiebst. Mache sie dir bewusst und nutzen das nächste Mal eine der Anti-Prokrastination Methoden.

Tipp 12: Wähle einen Power Song oder Power Video

Jeder hat diesen einen Song, der unglaublich motivierend wirkt. Sitzt du in einem Aufschieberitis-Tief, kann dir dein Song aus der Patsche helfen.

Ein Klassiker, unter den Motivations Videos auf YouTube, ist dieses hier:

Tipp 13: Finde den Sinn in der Aufgabe

Erkennst du den Sinn hinter einer Aufgabe, wird sie dir einfacher fallen, da du dich intrinsisch motivierst. Nehme dir die Zeit und suche nach dem Sinn hinter deinen Aufgaben. Selbst bei den einfachen. Stelle dir zum Beispiel bildlich vor, wie schön deine Wohnung aussieht, nachdem du sie aufgeräumt hast.

Tipp 14: Mache einen Tagesrückblick

Frage dich am Ende eines jeden Tages, was du umgesetzt und wo du prokrastiniert hast. Dieser fünf Minuten Rückblick, den du zum Beispiel vor dem Einschlafen im Bett durchführen kannst, hilft dabei, den täglichen Fortschritt abzufragen. Obendrein kannst du dir Maßnahmen überlegen, wie du am nächsten Tag noch optimierter und performanter arbeiten kannst.

Tipp 15: Gehe Erfolgswetten ein

Setze dich mit einem guten Freund oder Freundin zusammen und setze eine Wette auf. Wähle einen Tag und eine Uhrzeit innerhalb der nächsten Woche, an dem eine bestimmte Aufgabe erledigt sein soll. Wer verliert schon gerne eine Wette?

Tipp 16: Belohne dich selbst

Belohne dich nicht nur dafür, dass du eine Aufgabe angefangen hast (siehe Tipp 10), sondern belohne dich auch dafür, wenn du sie zu Ende gebracht hast.

Jedes Mal, wenn du eine Aufgabe bewältigt hast, die unwohl oder herausfordernd war, solltest du dir selbst etwas Gutes tun.

Tipp 17: Vergebe dir für früheres Prokrastinieren

Studien zeigen, dass du wahrscheinlicher aufhörst zu prokrastinieren, sofern du dir für deine bisherige Prokrastination vergibst. Vergebung ist der erste Schritt zu einem positiven Mindset über dich selbst.

Lies dir unseren Guide zum Thema positive Denkmuster durch, um mehr über positives Denken zu erfahren.

Tipp 18: Lass deinen Fortschritt überprüfen

Öffne dich einer anderen Person und erzähle von deinem Zwang zu prokrastinieren. Lasse dich regelmäßig von dieser Person prüfen. Dadurch erzeugst du Gruppenzwang (das Prinzip hinter Selbsthilfegruppen).

Im Idealfall wählst du eine Person aus dem Lebensbereich, in dem du am meisten prokrastinierst.

Tipp 19: Verwende die Eisenhower-Matrix

Die Eisenhower-Matrix ist ein Konzept, welches dir dabei hilft, Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit zu priorisieren.

Nutze sie jedes Mal, um zu entscheiden, ob eine Aufgabe wirklich wichtig ist oder nicht.

Eisenhower Matrix

Tipp 20: Warte nicht, bis du in Laune bist

Warte nicht auf den perfekten Moment für eine Aufgabe.

Egal ob du in der Stimmung bist oder nicht: erledige, was getan werden muss.

Das Warten auf den perfekten Moment ist eine typische Ausrede, um Aufgaben und Entscheidungen aufzuschieben.

Tipp 21: Konzentriere dich auf die wichtigsten Aufgaben

Es ist nicht nur von Bedeutung die schwierigste und wichtigste Aufgabe zu erledigen, sondern auch den Fokus ständig auf den wichtigsten Aufgaben zu halten. Du stoppst Prokrastination von vorne weg, wenn du unwichtige und nicht dringende Aufgaben erst gar nicht in deine Gedanken lässt.

Hilfe bei Prokrastination: 3 Schritte zum Erfolg

Wir haben dieses Kapitel in drei konkrete Schritte unterteilt. Diese drei Schritte und Lösungen bieten eine Hilfe zur Überwindung von Prokrastination. Du kannst sogar eine regelrechte “Anti-Prokrastination” Haltung mit diesem Konzept aufbauen und bei strikter Einhaltung das Thema komplett aus deinem Leben eliminieren.

Schritt 1: Erkenne die Symptome

Nur weil du etwas aufschiebst, prokrastinierst du nicht automatisch. Zum Beispiel kann etwas Dringendes zwischen dich und deine Aufgabe kommen, weshalb du neu priorisieren musst.

Entwickle ein Gespür dafür, wann du tatsächlich prokrastinierst und wann nicht. Die Schwierigkeit an dem Ganzen liegt im Unterbewusstsein. Wie bereits erwähnt, geschieht Prokrastination meist unbewusst und ist deshalb für die meisten schwierig abzustellen.

Mindfulness kann an dieser Stelle von Vorteil sein, da du mit Mindfulness deine Wahrnehmung schärfst und so schneller erkennst, wann du prokrastinierst und wann nicht. Lerne mehr zu diesem Thema und abonniere unseren kostenlosen Mindfulness-Newsletter.

Schritt 2: Finde heraus, warum du prokrastinierst

Versuche herauszufinden, warum du die Dinge aufschiebst. Vermeidest du zum Beispiel eine bestimmte Aufgabe, weil du sie langweilig oder unangenehm findest? Fühlst du dich überwältigt oder hast du sogar Angst davor, diese Aufgabe anzugehen?

Nur wenn du auch weißt, warum du prokrastinierst, kannst du eine Strategie gegen Prokrastination entwickeln.

Wahrscheinlich hast du dich noch nie richtig gefragt, warum du Aufgaben und Entscheidungen in bestimmten Situationen aufschiebst. In den meisten Fällen sind die Gründe dafür jedoch recht simpel.

Die Lösung könnte anschließend ebenso simpel sein. Stellst du zum Beispiel fest, dass eine aufgeschobene Aufgabe delegiert werden kann, oder du eine Person enttäuscht, wenn du die Aufgabe aufschiebst, wird dich das motivieren, direkt loszulegen.

Stell dir folgendes Szenario vor:

Du bringst den Müll ungern hinaus, weil es eine lästige Aufgabe ist. Deshalb lässt du den Müll liegen und machst ein Dutzend anderer Dinge. Dein Partner oder deiner Partnerin kommt in der Zwischenzeit vom Einkauf und sieht, dass der Müll immer noch im Flur steht. Wäre es nicht bereits Motivation genug den Müll rauszubringen, weil du dein Partner glücklich machen willst und einen Streit vermeiden kannst?

Schritt 3: Stoppe Prokrastination

Person am Arbeiten

Nachdem du das festgestellt hast, wieso du prokrastinierst, kannst du im nächsten Schritt eine Anti-Prokrastinations-Strategie planen und umsetzen. Benutze dafür die 21 gelisteten Tipps.

Fazit

Prokrastination ist die Angewohnheit wichtige und dringende Aufgaben und Entscheidungen aufzuschieben, um stattdessen angenehmeren und einfacheren Aufgaben zu arbeiten.

Jeder ist in gewissem Maße von Prokrastination betroffen. Starke Prokrastination jedoch, kann bis hin zu Depression oder zum Verlust des Arbeitsplatzes führen. Daher solltest du, spätestens sobald du krankhafte Prokrastination erkannt hast, Maßnahmen ergreifen, um dies zu verhindern. Studien zeigen, dass Prokrastination mit den richtigen Strategien und Methoden gestoppt werden kann.

Arbeite kontinuierlich und stetig daran, dieses Verhaltensmuster zu reduzieren. Du wirst nicht nur mehr Selbstkontrolle, sondern auch mehr Wohlbefinden und Selbstvertrauen erlangen.

Mit diesem Guide haben wir dir ein ultimatives Werkzeug an die Hand gegeben, mit dem du das Problem der Prokrastination angehen kannst.

Erfahre mehr zum Thema Mindfulness und Selbstkontrolle und abonniere unseren Newsletter direkt unter diesem Artikel. Vielen Dank fürs Lesen.