Kritisches Denken: wieso du nicht alles hinterfragen darfst

Verifiziert von Mindmonia
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Mann sitzt auf Bordstein und denkt nach

Mit Sicherheit kennst du oder gehörst selbst zu der Gruppe Menschen, die alles und jeden hinterfragen. Für manche mag das unhöflich oder sogar störend sein, dabei wollen diese Menschen lediglich die Hintergründe verstehen und den Status Quo nicht immer hinnehmen. Deshalb hinterfragen sie ihn. 

Im Fachjargon nennt man das “kritisches Denken”. Wenn du diesen Begriff bei Google eingibst, wirst du von Karrieretipps, Business-Webseiten und Begriffen wie “Schlüsselqualifikation für moderne Unternehmen” erschlagen. Dabei kannst du kritisches Denken in nahezu jedem Lebensbereich anwenden und nicht nur im Berufsleben. 

Was kritisches Denken ist, erklären wir dir in diesem Artikel im Detail. Außerdem geben wir dir Definitionen, Anleitungen und Beispiele mit auf den Weg und erklären dir, warum kritisches Denken wichtig ist. Wir werden dir ebenfalls Situationen aufzeigen, in denen es nicht (!) sinnvoll ist, Dinge kritisch zu hinterfragen. 

Selbstverständlich gehen wir dabei nicht nur auf das Berufsleben ein, sondern illustrieren alle Lebensbereiche, getrieben von Mindfulness.

Hier ist ein klickbares Inhaltsverzeichnis, um durch diesen Artikel zu navigieren:

Was ist kritisches Denken?

Wenn du den Begriff “kritisches Denken” zum ersten Mal hörst, denkst du womöglich daran, dass kritisches Denken etwas mit Kritik üben zu tun hat, oder dass du Dinge zwingend negativ sehen musst. Dabei sind Kritik üben und Dinge hinterfragen, zwei Paar Stiefel.

Der Begriff „kritisch“ bezieht sich in diesem Rahmen auf eine Denkweise und analytische Haltung, die du annimmst, wenn du Aussagen und Annahmen beurteilst. 

Hier findest du unseren Artikel zum Thema analytisches Denken.

Kritisches Denken ist ein Prozess, bei dem du zu einem gewissen Themenfeld gut-durchdachte und begründete Argumente hervorbringen kannst. Im Gegensatz zum schnellen und reaktiven Denken, das meistens aus dem Reflex oder Gewohnheit passiert, nimmst du dir beim kritischen Denken Zeit. Du zerlegst dabei jedes Argument und jede Annahmen in seine Einzelteile und bringst sie mit anderen Ideen in Verbindung.

Deshalb sagt man auch, dass kritisches Denken ein aktiver Prozess ist und nicht etwa reflexartiges oder unüberlegtes Denken ist, das passiv geschieht. Dieses “unüberlegte” Denken geschieht im Unterbewusstsein. Wie du vielleicht weißt, ist das Unterbewusstsein die Kommandozentrale für viele Vorgehen in unserem Körper. In ihm schlummern unsere Gewohnheiten und Automatismen. Darunter fallen auch viele mentale Gewohnheiten.

Um dir ein Beispiel für eine mentale Angewohnheit zu geben: Du siehst eine Person, die erfolgreicher ist als du und fragst dich automatisch, wieso nicht auch du das tolle Haus, den tollen Garten oder das tolle Auto hast. In diesem Beispiel ist die mentale Angewohnheit negativer Natur (Neid), die bei einem bestimmten Reiz (du siehst eine erfolgreiche Person) ausgelöst wird, ohne aktiv darüber nachzudenken. 

Kritisches Denken Definition

Zwei Frauen diskutieren und brainstormen

Der Begriff kritisches Denken ist mehr als einfach nur alles kritisch zu hinterfragen. Dabei umfasst der Prozess des kritischen Denkens drei Komponenten: 

  • Sorgfältig und gründlich denken
  • Vernunft und Logik
  • Urteile über deine Überzeugungen

Sorgfältig und gründlich denken meint, dass du mit deinen Gedanken vorsichtig umgehen sollst. Vorsichtig insofern, als dass du nicht voreilige Schlüsse ziehst oder reaktiv handelst in deinen Überlegungen. Nimm dir die Zeit, jedes Argument sorgfältig zu durchdenken und jede Annahme gründlich zu hinterfragen. 

Um kritisch zu denken, musst du dich auf das anstehende Thema konzentrieren und seine gesamte Komplexität berücksichtigen. Das Ziel des kritischen Denkens soll sein, nicht nur zu entscheiden, ob du ein Argument akzeptierst oder ablehnst, sondern auch, warum du das tust. Das gelingt dir am besten, indem du eine gut-durchdachte Begründung definierst und dadurch die eigene Meinung erläuterst.

Um sorgfältig und gründlich denken zu können, musst du zunächst jedes Argument und jede Situation in seine Einzelteile zerlegen. Dabei musst du nicht nur jedes “Einzelteil”, sondern auch die Gesamtaussagen kritisch hinterfragen. 

Wichtig: kritisches Denken ist nicht nur eine Diskussionspraktik, sondern findet in vielen alltäglichen Situationen Anwendung.

Vernunft und Logik sind die zweite Komponente, um kritisch Denken und Argumentieren zu können. Um Probleme in der besten Art und Weise lösen zu können, braucht es Vernunft und Logik. Neben dem logischen Denken, gibt es allerdings noch weitere Möglichkeiten, auf ein Ereignis oder Geschehen zu reagieren. 

Viele Leute treffen ihre Entscheidungen basierend auf Emotionen, Intuition, Glauben, gesundem Menschenverstand (oder zumindest halten sie es dafür) oder Bauchgefühl. 

Das bekannte Bauchgefühl ist im Grunde nichts anderes als Erfahrung und Intuition. Wir bei Mindmonia halten das Bauchgefühl für eine Ansammlung an Erfahrungswerten. Eine Art und Weise, wie du in der Vergangenheit auf ähnliche Probleme reagiert hast und Entscheidungen getroffen hast. Viele Menschen vertrauen darauf, weil es einfacher ist und sie dadurch in ihrer Komfortzone bleiben können.

Wenn du kritisch Denken möchtest, ist es wichtig, Logik walten zu lassen. Das bedeutet allerdings nicht, dass du deine Emotionen oder deine Intuition gänzlich ignorieren sollst. Es gibt Situationen, bei denen es nicht unbedingt ratsam ist, alles zu hinterfragen. 

Bei zwischenmenschlichen Beziehungen zum Beispiel, macht es keinen Sinn, vollkommen kritisch-analytisch zu denken. Vielmehr kannst du in diesem Fall auch mal auf deine Emotionen und auf dein Bauchgefühl vertrauen. Ob es sinnvoll ist, kritisch zu denken, kommt, wie bereits erwähnt, also auf die Situation an. Streng genommen ist bereits das Entscheiden, wann du in welche Richtung (analytisch, emotional, intuitiv) denken sollst, kritisches Denken. 

In den Situationen, in denen kritisches Denken jedoch durchaus Sinn macht, solltest du dich gänzlich auf deine Logik und deine analytischen Fähigkeiten verlassen. Wie nützlich eine analytisch-logische Denkweise sein kann, zeigen wir dir im folgenden Beispiel: 

Nehmen wir an, du hast Angst davor, zum Zahnarzt zu gehen. Gefühle, in diesem Fall Angst, können entweder begründet oder unbegründet sein. Unbegründete Ängste sind ein Zeichen für reaktives Verhalten. 

Um diesem reaktiven Verhalten entgegensteuern zu können, musst du dich lediglich fragen, ob es einen Grund dafür gibt, dass du dich fühlst, wie du dich fühlst. Ist dir in der Vergangenheit etwas Schlechtes beim Zahnarzt passiert? Ist dein Zahnarzt nicht der Beste in der Umgebung oder gibt er dir das Gefühl, dass du ihm nicht vertrauen kannst?

Diese Art der Analyse ermöglicht es dir, herauszufinden, ob du reaktiv handelst, also aufgrund von Gefühlen und Automatismen, oder ob deine Angst gerechtfertigt ist. So kannst du übrigens auch lernen, positiv zu denken, weil du durch das kritische Denken deine negativen Gedanken hinterfragen kannst. 

Mann schaut auf seinen PC

Urteile über deine Überzeugungen: Die dritte Komponente ist besonders wichtig für Entscheidungen. Wenn du über deine Überzeugungen urteilen sollst, sollst du im Endeffekt herausfinden, ob dein Urteilsvermögen getrübt ist oder nicht. Das mag sich aufs Erste vielleicht schwierig anhören, jedoch ist dem nicht so. 

Um über deine Überzeugungen zu urteilen, frage dich einfach die folgende Frage: “Habe ich mir meine Meinung zu diesem Thema selbst gebildet oder habe ich die Meinung eines anderen übernommen?”

Wenn du in gewissen Situationen einfach Dinge akzeptierst oder hinnimmst ohne sie zu hinterfragen, kann es dazu kommen, dass du die Meinung von anderen übernimmst. 

Zum Beispiel bist du mit deinem Freund im Urlaub auf Kreta und ihr diskutiert gerade, wie ihr am schnellsten vom Hotel zum Strand kommt. Dein Freund meint, dass er bereits einige Male hier war und sich bestens auskennt. Der Bus sei seiner Meinung nach die schnellste Option, um von eurem Hotel aus zum Strand zu kommen. 

Solltest du deinem Kumpel zustimmen, ohne zu hinterfragen, ob es nicht doch schnellere Wege an den Strand gibt, übernimmst du die Meinung deines Freundes. Du wirst quasi den Denkvorgang eines anderen übernehmen und glauben, dass der Bus in Kreta der schnellste Weg vom Hotel zum Strand ist. 

Bei diesen “geerbten Meinungen” geht es darum, dass du Dinge glaubst, nur weil jemand dir das so erzählt hat. Du wirst künftig immer den Bus in Kreta zum Strand nehmen, nur weil dir dein Freund erklärt hat, dass es der schnellste Weg ist. 

An diesem Beispiel kannst du außerdem noch gut erkennen, wann es Sinn macht, kritisches Denken anzuwenden und wann nicht. Sagen wir, du hinterfragst die Entscheidung deines Freundes, den Bus zu nehmen. Dieser könnte das persönlich nehmen und als Vertrauensbruch deuten, obwohl du in dieser Situation nur den schnellsten Weg zum Strand herausfinden möchtest. 

Viele von uns haben Meinungen zu vielen Themen, die sie von anderen Menschen “geerbt” haben. Besonders wenn es um Politik geht, kursieren sehr viele Meinungen, die von den Menschen blind angenommen oder abgelehnt werden.

Moralische und ethische Werte zum Beispiel, sind Meinungen, die wir von unseren Mitmenschen, also Familien, Freunden und Gemeinden, vererbt bekommen haben. Viele dieser Dinge hinterfragen wir nicht, was im Grunde genommen auch nicht schlimm ist. Du musst dein Leben nicht gänzlich analytisch-logisch gestalten. 

Wenn wir uns diese drei Bestandteile ansehen und zu einer einheitlichen Definition zusammenfügen, dann lässt sich kritisches Denken wie folgt definieren: 

“Kritisches Denken ist eine Art des Denkens, bei der du durch Logik und Achtsamkeit deinen Gedanken gegenüber, dir deine eigene Meinung zu einem Thema bildest und die beste Entscheidung herableitest.”

Warum kritisches Denken wichtig ist

Kritisches Denken bedeutet, in kritischer Art und Weise über die Dinge nachzudenken und diese zu hinterfragen, um zur bestmöglichen Lösung zu gelangen. Tatsächlich wird die Wichtigkeit des kritischen Denkens oftmals unterschätzt. 

Wie wichtig kritisches Denken sein kann, wird im folgenden Beispiel deutlich:

Stell dir vor, du arbeitest seit Jahren als Designer in einer Designagentur. Die größeren Projekte bekommen immer deine Kollegen, da diese ausschließlich an Angestellte vergeben werden, die die Position “Design-Projektmanager” haben. Eines Tages siehst du, dass es aktuell eine offene Stelle für den besagten Projektmanager gibt, auf die du natürlich direkt ein Auge geworfen hast.

An der Stelle fragst du dich: “Wie kann ich die Aufmerksamkeit meines Vorgesetzten auf mich ziehen, um die Beförderung zu erhalten?” 

Glücklicherweise bietet sich eine Gelegenheit. Dein Vorgesetzter hat sowohl dich als auch deinen Kollegen (der ebenfalls Designer ist) gefragt, worauf sich das Unternehmen in den kommenden Jahren konzentrieren sollte. Soll das Unternehmen mehr Ressourcen in traditionelles Design wie TV, Print und Plakate investieren oder lieber in Richtung Design für digitale Medien gehen?

Du beantwortest die E-Mail noch am selben Tag und erklärst, dass du auf jeden Fall traditionelles Design machen würdest. Dein “Konkurrent” in diesem Fall allerdings nimmt sich ein wenig mehr Zeit und antwortet erst morgen mit “Online Design” und zeigt eurem Vorgesetzten in einem ausführlichen Report, wie er/sie auf dieses Ergebnis gekommen ist.

Wer in diesem Szenario die Beförderung bekommt, liegt eigentlich auf der Hand, oder nicht?

Kritisches Denken ist zwar äußerst nützlich im Arbeitsleben, jedoch ist es nicht der einzige Anwendungsfall, bei dem das Hinterfragen und Zerdenken der Dinge vom Vorteil ist. Zum Beispiel bringt dir kritisches Denken noch die folgenden Vorteile:

  • Themenübergreifendes Verständnis von Dingen.
  • Verbessertes Zeitmanagement
  • Bessere Priorisierung von Ideen und Argumenten.
  • Schnelleres Erkennen von Denkfehlern, sowohl bei dir als auch bei anderen.
  • Verbesserte Problemlösungsfähigkeit, da du Dinge systematisch angehst und kritisch hinterfragen kannst.
  • Gute Möglichkeit zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung, da du nicht nur die Gedanken deiner Mitmenschen hinterfragen kannst, sondern auch deine eigenen.
  • Unterstützt deine analytischen Fähigkeiten.
  • Steigert das Selbstbewusstsein.
  • Verbessertes Durchsetzungsvermögen durch bessere Argumente.

Beispiele für kritisches Denken

Mann skizziert Diagramme auf einem Whiteboard

Da die obigen Kapitel doch etwas trocken sind, möchten wir dir nun einige Beispiele für kritisches Denken im Alltag geben: 

  • Ein Manager schaut sich Fragebögen von seinen Kunden an und kann diese Information nutzen, um sein Team aus dem Kundenservice besser zu trainieren.
  • Nach einem Autounfall muss der Ersthelfer in Windeseile die Situation analysieren und die beste Entscheidung ableiten. 
  • Ein Journalist oder allgemeiner ausgedrückt, ein kreativer Schreiber, organisiert seine Ideen für einen Artikel den er gerade schreibt. Dadurch erhöht sich die Gesamtqualität des Artikels und der Leser hat mehr Spaß beim Lesen.

Anhand der Beispiele kannst du erkennen, wieso kritisches Denken so wichtig ist. In manchen Situationen kann es sogar Menschenleben retten. 

Anleitung zum kritischen Denken

Du weißt nun, was kritisches Denken ist und wie du es definieren kannst. In diesem Kapitel, möchten wir dir eine Anleitung mit an die Hand geben, mit der du kritisches Denken konkret in deinem Alltag anwenden kannst. 

Bevor wir anfangen, musst du dir bewusst machen: Niemand von uns kann kritisches Denken die ganze Zeit anwenden und ununterbrochen alles hinterfragen.

Manchmal denkst du nahezu in jeder erdenklichen Art und Weise, außer kritisch. Zum Beispiel, wenn deine Selbstbeherrschung nachlässt und du deinen Gefühlen wie Wut, Trauer oder Freude nachgibst. Dann triffst du Entscheidungen, die auf emotionalen Gedankengängen aufbauen. 

Wie bereits erwähnt: emotionale Entscheidungen und Gedanken zu haben ist vollkommen okay. Emotionen und Charakterzüge sind es doch, die uns als Menschen ausmachen und definieren. 

Das Gute an der Sache ist jedoch, dass du, da deine Denkfähigkeit von deinem Unterbewusstsein gesteuert wird, lernen kannst, kritisch zu denken. Dafür musst du lediglich eine Routine entwickeln und sie auf alle kommenden Situationen und Probleme anwenden. Wie eine solche Routine aussehen kann, zeigen wir dir nun.

Um eine Situation kritisch hinterfragen möchtest, stelle dir selbst die folgenden Fragen: 

Frage 1 zum kritischen Denken: WER?

Wer hat gesagt, was gesagt wurde. Kennst du die Person? Wie gut kennst du sie tatsächlich? Ist das jemand, der über Autorität und Macht verfügt? Hat diese Aussage Auswirkungen auf dich oder nicht? 

In diesem Schritt möchtest du zunächst herausfinden, wer die Person ist, die die Aussage getätigt hat. Dabei meinen wir nicht nur den Namen und das Aussehen, sondern auch die Hintergrundinformationen zu dieser Person. Dieser Schritt ist wichtig, da du diese Informationen benötigst, um das Szenario weiter zu analysieren. 

Frage 2 zum kritischen Denken: WAS?

Die zweite Frage zum kritischen Denken bezieht sich auf die Aussage selbst: Was wurde gesagt?

Dabei hinterfragst du die Aussage und zerlegst sie inhaltlich. Wurden Fakten wiedergegeben oder handelt es sich um Meinungen oder sogenannten Stammtischparolen. Sollte es sich um Meinungen handeln, frage dich: Habe ich diese Meinung bereits gehört? Ist diese Meinung übernommen oder selbst gebildet?

Außerdem solltest du hinterfragen, falls Fakten gegeben wurden, ob diese nicht aus dem Kontext gezogen wurden und ob alle wichtigen Punkte abgedeckt wurden, damit die Aussage Sinn ergibt oder ob etwas ausgelassen wurde. 

Frage 3 zum kritischen Denken: WO?

Hinterfrage die Räumlichkeiten und das Publikum: Wo wurde die Aussage getätigt?

Gab es ein Publikum oder wurde es “unter vier Augen” gesagt? Falls es ein Publikum gab: wie sah dieses aus? 

Erfasse sämtliche Informationen und versuche sie mit den anderen Fragen zu kombinieren. Vielleicht hat es einen tiefgehenden Zusammenhang, dass genau diese Person, etwas vor einem Publikum gesagt hat. 

Mann und Frau diskutieren

Frage 4 zum kritischen Denken: WANN?

Eine ebenfalls wichtige Frage, ist die Frage: Wann wurde die Aussage getätigt? Ist das Timing wichtig? 

Nehmen wir an, ein Freund möchte mit dir etwas besprechen und weist dich auf etwas hin, dass du seiner Meinung nach seit Wochen bereits falsch machst. In diesem Fall ist das Timing besonders wichtig, da sich anhand dessen weitere Informationen über den Hintergrund seiner Aussagen erschließen lassen. Vielleicht möchte er / sie dich vor zukünftigen Fehlern bewahren und sagt es dir deshalb zu diesem Zeitpunkt.

Frage 5 zum kritischen Denken: WARUM?

Frag dich, wieso die Person das gesagt hat, was sie gesagt hat. Verbinde die Informationen, die du aus der WER-Frage gesammelt hast und versuche mehr über die Hintergründe der Aussage herauszufinden.

Empathie und weitere Soft Skills können an dieser Stelle sehr hilfreich sein. 

Frage 6 zum kritischen Denken: WIE?

Schaue dir die Gestik und Mimik der Person an, die etwas gesagt hat. War sie wütend, emotional, glücklich oder ruhig? 

Das WIE ist ein wichtiger Bestandteil dieses Fragenkatalogs, welches du durch hinterfragen an der Stelle herausfinden kannst, wie sich die Person fühlt und im Zuge dessen, ob es ihr am Herzen liegt oder nicht. 

Mit diesem Fragenkatalog kannst du dir das kritische Denken angewöhnen und im Alltag praktizieren. Stelle dir diese sechs Fragen einfach so oft wie möglich in allgegenwärtigen Situationen um die besten Ergebnisse zu erzielen. 

Die Fragen sind nicht chronologisch anzuwenden. Du kannst also gerne auch mit dem WARUM beginnen, mit dem WAS weitermachen und mit dem WER aufhören. Dir sind in dieser Hinsicht alle Freiheiten gegeben.

Viel wichtiger ist, dass du die Informationen aus den Fragen zunächst losgelöst und neutral (mindful wenn du so möchtest) betrachtest. Im nächsten Schritt geht es dann darum, die Informationen aus den einzelnen Fragen miteinander zu kombinieren und mehr Kontext einfließen zu lassen. 

Solltest du dein kritisches Denken verbessern wollen, empfehlen wir dir zunächst zu lernen, aktiv zuzuhören, da du so mehr Informationen aufnimmst, die du später zerlegen kannst.

Fazit

Kritisches Denken ist kein schneller oder einfacher Prozess, selbst für Fortgeschrittene. Um es “richtig” zu lernen, solltest du dir genug Zeit nehmen und täglich lernen und üben. 

Lass dir allerdings gesagt sein, dass du nicht immer kritisch denken kannst. Es ist nicht möglich, in jeder Situation vollkommen kritisch-logisch und analytisch zu denken. Das ist auch gut so. Es ist okay, in der ein oder anderen Situation emotional zu sein und Dinge nicht stets rational zu sehen. Außerdem gibt es Situationen, wo es nicht gut ist, nur kritisch zu denken oder Dinge zu hinterfragen. 

Einer der größten Vorteile des kritischen Denkens, ist die Tatsache, dass du deine Sichtweise und Argumente logisch und verständlich ausdrücken kannst. Das Ganze geht sogar so weit, dass du deinen Standpunkt nicht nur vor anderen, sondern auch vor dir selbst hinterfragen kannst und sollst. Das Hinterfragen der eigenen Sichtweisen ist eine wichtige Methodik für die Persönlichkeitsentwicklung und Selbstreflektion. 

Kritisches Denken ist aktives Denken. Es verfügt über einen großen Anteil an Mindfulness in seiner Methodik und ist deshalb eine gute Methode, die eigene Aufmerksamkeit für die Mitmenschen als auch für die eigenen Gedanken zu stärken.

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